
Fragmente

Schalter umlegen
59,4 x 42cm, Farbstift auf Papier, 2010

Sauber machen
59,4 x 42 cm, Farbstift auf Papier, 2010

Plan
59,4 x 42cm, Farbstift auf Papier, 2010

Baustelle
59,4 x 42 cm, Farbstift auf Papier, 2010

Fehler
59,4 x 42 cm, Farbstift auf Papier, 2010

Ford
84,1 x 59,4 cm, Farbstift auf Papier, 2010

Wischmop
59,4 x 42 cm, Siebdruck auf Papier, 2010

Unbezahlt
59,4 x 42 cm, Siebdruck auf Papier, 2010

Motherboard
59,4 x 42 cm, Siebdruck auf Papier, 2010

Relikt
70 x 100 cm, Farbstift auf Papier, 2010










Die Fragmentierung von Arbeit, die Auflösung in einzelne Schritte ist Thema von Cinthia Mitterhuber. Auf ihren skizzen- und collagehaft angelegten Blättern überlagern einander Geräte, die während der Arbeit in Büros und Dienstleistungsbetrieben zum Einsatz kommen – Mobiltelefone, CDs, Stifte. Es sind kleinteilige Objekte, die in keiner Verbindung zueinander stehen. In ihrer Anordnung künden sie von der Fragmentierung von Arbeit, bei der „die sinnliche Erfahrung des schöpferischen Ganzen verlorengeht.“6 Vor nicht einmal zehn Jahren entstanden, zeigen die Arbeiten heute, wie rasant der technologische Fortschritt ist: 2019 wirken digitale Geräte wie eine CD-Rom und Anzeigen wie jene in der digitalen Uhr schon fast veraltet.
Vom Wischen und Sprühen: Die unbeachtete Seite der Arbeit
Mitterhubers Zeichnungen und Drucke sprechen auch einen zweiten Aspekt an: jenen der häufig unbezahlten, sehr oft auch unbeachteten Arbeit. Sprayflaschen und Putzzeug stehen für eine Tätigkeit, die in der Logik der kapitalistischen Ökonomie nicht wahrgenommen wird, zumindest dann, wenn damit kein Geld verdient wird. Indem die Künstlerin beispielsweise einen einzigen Wischmopp auf ein Blatt zeichnet bzw. druckt, erhebt sie dieses Werkzeug, täglich benützt von einer breiten Bevölkerungsschicht, zu einer Ikone und rückt damit die weiblich dominierte Care-Arbeit in den Fokus.
Nina Schedlmayer, Auszug aus dem Katalog: Arbeit, Leben, Kunst 2019
6 Brigitte Huck: „Cinthia Mitterhuber. Fragmentierung“, in: Die Zukunft der Arbeit, AK Wien (Hg.), Wien 2010, S. 19.